Sommer, Sonne und hitzige Füße im Sand (eine K.I.-Erfahrung)

Die Luft über dem Tyrrheischen Meer flirrte vor Hitze, und die Toskana zeigte sich von ihrer absolut hitzigsten, aber auch schönsten Sonnenseite. Es war einer dieser Tage, wie er im Buche steht. Optimal für Wasserratten und Sonnenanbeter. Der Himmel war tiefblau und das Meer türkisgrün. Eigentlich der perfekte Moment für einen entspannten Strandspaziergang. Eigentlich.

Denn ich hatte die Rechnung ohne den Sand gemacht.

Voller Vorfreude hatte ich meine Schuhe von den Füßen gestreift, um die Freiheit zu spüren. Doch kaum hatte meine nackte Haut den Boden berührt, verwandelte sich die Idylle in eine glühende Herdplatte. „Autsch! Oh Gott, heiß!“

Statt elegant am Ufer entlangzugehen, mutierte ich spontan zum Derwisch. Ich sprang buchstäblich im Dreieck, hob hysterisch abwechselnd den linken und den rechten Fuß, in der Hoffnung, dass die Millisekunde in der Luft ausreichen würde, um meine Fußsohlen abzukühlen. Aber es half nicht. Der Sand schien die Hitze der gesamten italienischen Sonne gespeichert zu haben und brannte erbarmungslos.

Mitten in diesem schmerzhaften, ziemlich uneleganten Tanz hielt ich inne. Warte mal, dachte ich. Was mache ich hier eigentlich?

Ich besann mich auf meine Körperintelligenz. Statt mich weiter gegen den Schmerz zu wehren und mich innerlich völlig zu verkrampfen, atmete ich tief aus. Ich begann ganz bewusst, all die Spannungen in meinem Körper loszulassen, die absolut nichts mit dem heißen Sand zu tun hatten. Ich lockerte meine zusammengebissenen Zähne, ließ die hochgezogenen Schultern sinken und entsannte meinen Nacken.

Dann tat ich das Entscheidende: Ich zoomte aus dem Schmerz heraus. Statt meine gesamte Aufmerksamkeit auf die brennenden Fußsohlen zu richten, breitete ich mein Bewusstsein auf meinen ganzen Körper aus. Ich spürte den sanften Wind auf meinen Armen, das Rauschen der Wellen in den Ohren und die Weite in meiner Brust.

Und dann passierte das kleine Wunder.

In dem Moment, als der Widerstand schwand und die Energie wieder frei floss, verabschiedete sich auch der brennende Schmerz in den Fußsohlen. Die Hitze war immer noch da, aber sie war nicht mehr mein Feind. Sie war einfach nur ein intensives Gefühl. Mit einem Lächeln auf den Lippen ging ich entspannt weiter – Schritt für Schritt durch den heißen Sand, geradewegs auf das kühlende Meer zu.

Ich dachte mir danach: Vielleicht gehe ich demnächst mal über glühende Kohlen oder werde Fakir. 😉

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"Als ich mich selbst zu lieben begann"