Seelenschwert-Blog

Eindrücke:

Erfahrungsbericht von Petra

Wir waren zur Seminarvorbereitung für das Seminar „Schwert deiner Seele“ 4 Tage in der Schweiz und haben unsere eigenen Schwerter aus Holz gebaut. Ich ahnte bereits, dass der Kontakt zum eigenen Seelenschwert transformativ sein würde, aber nicht, dass dies unmittelbar nach Fertigstellung meines Schwertes passieren würde. Das Schwert hat alles aus mir rausgeholt. Es hat offengelegt, wie ich bin, was ich brauche und wo ich hin möchte. Es hat mein Innerstes hervorgeholt. Und mir ermöglicht, mich mit meinen Schwächen meinem Rudel zu zeigen. Praktisch sah das so aus: Wir hobelten, schliffen und schnitzen drei Tage unsere Schwerter. Anfangs war ich total unsicher, wie ich aus einem Stück Holz ein Schwert erschaffen sollte. Ich hatte da gewisse Ansprüche – Kleinigkeiten – kurz: Es sollte perfekt werden UND ich brauchte meine Ruhe dafür. Nicht reden, volle Aufmerksamkeit auf die Werkbank – neben mir hätte die Welt untergehen können, es wäre mir egal gewesen. Mein Universum bestand nur aus mir und meinem Schwert. Im Alltag bin ich immer hilfsbereit, antworte Patienten möglichst umgehend, versorge zuerst alle anderen und wenn dann neben Arbeit und Haushalt noch Zeit ist (also nie) gestatte ich mir, mich ganz persönlichen Leidenschaften zu widmen. Früher habe ich gestrickt, genäht, gemalt, getöpfert und Klavier gespielt. Findet alles nicht mehr statt – keine Zeit. Der Klassiker wie bei ganz vielen.

Gleich bei den ersten Handgriffen zog mich mein Schwert in seinen Bann. Es mesmerisierte mich, meine Gedanken standen still. Meine Hände wussten plötzlich genau, was zu tun war. Das Holz vertraute mir, als würde es sagen: Du machst das schon. Dies entsprach auch Martinas Anleitung: „Du machst das schon!“ Bei jedem Arbeitsabschnitt gab es neue Herausforderungen. Der Schwertrücken, die Klinge, der Griff und zum Schluss die Schwertspitze. Und jedes Mal stand ich mit einem Fragezeichen davor, wie das jetzt nun gehen könnte? Ich habe noch nie mit Holz gearbeitet, noch nie gehobelt und auch nichts geschnitzt. Martina gab ein paar kurze Impulse, wie man die Herausforderungen jetzt lösen könnte, aber meine Hände wussten es bereits. Es war, als würde mir mein Schwert ganz liebevoll und mit unerschütterlichem Vertrauen zuflüstern, ich solle einfach weitermachen, den Hobel ansetzen und mich führen lassen. Und dann war es fertig. Auch dieser Moment stand dann ganz klar fest. Ich habe es von Hand geschliffen und spürte ganz deutlich, dass der letzte Schleifzug erfolgt war. Und da war es: Mein Seeleneschwert – wunderschön – perfekt. Liebe auf den ersten Blick.  

Der Abreisetag stand bevor und während alles zusammengepackt und aufgeräumt werden musste, behielten wir Kontakt – mein Schwert und ich. Es lag auf der Kommode in der Ferienwohnung und ich ging immer wieder daran vorbei, nahm es in die Hände, strich mit der Hand darüber.   Rückenstärkend lag es da, als bei der Abfahrt das Auto eine scheinbar gravierende Fehlermeldung anzeigte, die sich nicht ignorieren lies: „Motorkühlflüssigkeit überhitzt“. Und das bei Minus 15 Grad? Es stand die ganze Nacht in schweizerischer Kälte und schneeweißer Landschaft und wollte jetzt nicht mehr fahren.   Und damit fing meine Prozessarbeit dann an. Alles kam raus. Meine tausend Bedenken was denn jetzt zu tun sein könnte. Abgesehen von eventuell hohen Reparaturkosten, säße ich hier erstmal fest. Mein Gehirn trat eine Kaskade an Sorgen los. Ich liste sie hier jetzt nicht alle auf - der Platz im Internet wäre zu klein. Während wir auf den Schweizer ADAC warteten brach es dann aus mir heraus. Ich heulte los. Für die meisten ist das jetzt nichts Spektakuläres. Ebenso wird das Bauen eines Holzschwertes für geübte Hobbykünstler jetzt auch nichts Wildes darstellen, für mich ist das aber ganz anders. Ich heule nicht einfach drauf los. Ich halte meist anderen den Raum, bin für andere da. Und meine eigenen Themen habe ich im „Griff“. Bin ja schließlich krisenerprobt und meine Tochter betonte neulich noch meine ausgezeichnete Resilienz.

Ich kann ins Ki gehen, Energie verändern und wirkungsvolle offene Fragen stellen. Aber einfach losheulen? Vor anderen? Und wegen einer scheinbaren materiellen Lappalie? Das kann ich nicht – tat es aber einfach. Mein Schwert stand mir zur Seite. Es brach alles aus mir heraus, was sich über Jahre der Überverantwortung für meine Kinder, die Tiere, das Haus, meine Arbeit usw. angestaut hatte. Das Gefühl, nichts mehr unter Kontrolle zu haben und alles bricht über einem zusammen. Bis zum Eintreffen des ADACs war der Prozess durch. Mein Rudel hielt mir den Raum und sah mir beim Heulen zu.

Das Auto litt nur an einer elektronischen Fehlermeldung. Der Kfz-Mensch löschte das Protokoll und das Auto fuhr wieder. Ich war schon lange nicht mehr so erleichtert!   Auch wenn es rational natürlich keinerlei Zusammenhänge zwischen einem Holzschwert und einem glücklichen Pannenende des Autos zu geben scheint. Für mich war das Fügung – oder besser Führung. Der Schwertprozess kehrte mein Innerstes nach außen. Und seit sehr langer Zeit konnte ich zulassen und fühlte mich geborgen, aufgehoben und unterstützt. Ich bin zutiefst dankbar für diese Erfahrung und Transformation, für mein Rudel und für mein Seelenschwert. Wissend, dass es jetzt an meiner Seite ist.





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